Subnautica 2 und die intrinsische Motivation
Vor ein paar Tagen wurde der Early Access des Nachfolgers eines meiner Lieblingsspiele veröffentlicht: Subnautica 2.
In der Reihe ist man als Schiffbrüchiger auf einem fremden Wasserplaneten abgestürzt. Man erkundet die Landschaft, die Flora und Fauna, findet Hinweise sowie Baupläne und dringt in immer größere, dunkle Tiefen vor.
Waffen sucht man dabei vergeblich – man soll als Spieler lernen, mit der Natur auszukommen, anstatt das Unbekannte einfach “abzuschlachten”.
Für mich sind die Subnautica-Spiele ein perfektes Beispiel für ein Spiel, welches fast ausschließlich durch intrinsische Motivation getragen wird.
Was ist eigentlich intrinsische und extrinsische Motivation?
Extrinsische Motivation
Viele moderne Spiele fördern primär die extrinsische Motivation. Ich spiele für den puren Fortschritt: zum Erreichen des nächsten Ranges, des nächsten Skins oder des nächsten Akts. Ich spiele, um Dinge zu besitzen oder abzuhaken.
Oft führt das dazu, dass man:
- Sich sofort Guides anschaut.
- Immer den rechnerisch “besten” Build nutzt.
- Seinen Charakter mit den hässlichsten Klamotten ausrüstet, nur weil die Statuswerte besser sind.
Man spielt nicht mehr, um Spaß am Spiel selbst zu haben, sondern möchte nur das beste erreichen. Irgendwann hat man verlernt, wirklich zu “spielen”.
Intrinsische Motivation
Dagegen steht die intrinsische Motivation. Hiermit ist der pure Spaß am Handeln gemeint. Man spielt, weil einem das Spielen an sich Freude bereitet. Egal was der effizienteste Weg ist – der Weg ist das Ziel.
Man erkundet, sucht selbst nach Lösungen, probiert Dinge aus und macht auch mal “unnötige” Umwege. Man spielt wieder wie ein Kind: ohne den Progress-Gedanken ständig im Nacken zu haben.
Das Wiedererlernen des Spielens
Genau dieses “einfache” Spielen haben viele von uns verlernt, wenn sie einmal zu tief in die extrinsische Ecke gerutscht sind. Man muss sich erst wieder neu darauf einlassen.
Bei Subnautica 2 bedeutet das für mich: Nicht sofort nach einem Guide zu suchen, wenn es mal hakt, oder krampfhaft nach dem schnellsten Weg zu den nächsten Ressourcen zu gieren. Einfach mal abtauchen und schauen, was da unten wartet.
Also ich kann jedem nur mal empfehlen sich wirklich hinzusetzen und zu hinterfragen, warum man eigentlich was spielt.
